PRS - Rollenspiel Forum

  • 28. Mai 2018, 05:31:16
  • Willkommen Gast
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Helft mit bei der Entstehung von PRS 2.0. Ihr sagt, was verbessert werden soll und was ihr toll findet. Diskutiert im Forum mit!

Autor Thema: Neulich beim Rollenspiel  (Gelesen 1931 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

markus

  • Gast
Neulich beim Rollenspiel
« am: 16. Juni 2005, 10:17:06 »

Hallo!

Hiermit möchte ich mal ein Thema beginnen, in dem kuriose Geschichten stehen, wie sie beim RPG nunmal immer wieder vorkommen.
Sicher hat jeder von euch 3-4 solcher Storys auf Lager (auch wenn man sich nicht gerne dran erinnert):

Vor vielen Jahren - es waren meine wilden D&D Jahre (ja - auch damit war echtes Rollenspiel möglich!  ;-)

Die Gruppe wollte einen Fluch brechen, der ein ganzes Dorf seit Jahren fest in seinen Bann hielt.
Nach vielen Abenden erreichte man (mit sehr, sehr mühsam zusammengesammelten Ingredenzien) einen magischen Brunnen.
Nachdem besagte Ingredenzien in den Brunnen geworfen worden sind, sprach dieser:
"Ihr habt viele Gefahren auf Euch genommen, um dies alles zusammenzutragen - daher will ich Euch eine Frage wahrheitsgemäß beantworten.... - Fragt!"
Und der Priester der Gruppe (sicher einer der hellsten seiner Zunft) fragte: "Jedem wird eine Frage beantwortet?"
Und der Brunnen sagte "Nein!" und schwieg....

Der Priester hängt glaub ich jetzt noch an einem Baum in der Nähe des Brunnens - die Kampagne wurde nie weitergespielt....

Cheers
markus
Gespeichert

Neadred

  • Schutzgeist
  • Großmagier
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 830
  • Aktueller Charakter: Kor?el von Gahm
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #1 am: 20. Juni 2005, 10:32:06 »

Oh man! Nach langer Zeit ist meine Gruppe mal wieder zum Spielen gekommen! Wir hätte auch gleich zu Hause bleiben können!

Also: Wir (Vier an der Zahl) sind in einem Dungeon drin. Beim letzten mal wurde unser Ordenskrieger in einen Hund verwandelt. Also wir los um dem Übeltäter dingfest zu machen bzw. den Zauber mortal austreiben. An jeder Tür schauten wir vorsichtig herrein. Dabei entdeckten wir ein komisches Viech (Insektenähnlich an einem Menschen rumschnippelt. Ein EW: Sagenkund erbrachte mir die Kenntnis das es sich um einen sehr hässlichen Dämonen handelt.
Da ich einen Druiden spiele der an das Gleichgewicht der Natur glaubt, war ich der festen Überzeugung "Dieses Vieh muß ausgeschaltet werden!" Mittels Zauberrein wie eine Rindenhaut und verlangsamen wollten wir das Vieh plätten! Leider ging dabei einiges schief ein von mir gewirkte Rindenhaut auf meinen Kollegen erbrachte eine weichere Haut (Krit. Fehler)
Der Spitzbube kämpfte dennoch mit. Jetzt muß man dazu sagen das er sich einen persöhnlich geweihten Dolch von unserer Priesterin ausgeliehen hatte. Dieser Dolch ging während des Kampfes kaputt! (Krit. Fehler) Das hatte zu folge das unsere Priesterin für die nächsten Stunden ausgeschaltet war. So persönliche Bindungen können ein echt umwerfen!
Wie sich, nachdem wir das Vieh dennoch platt bekommen haben herausstellte war es nur ein Mensch mit einem komisch gebauten Anzug.

Der Spaß ging aber noch weiter. Von einem Kobold erfuhren wir das der Typ der den OR in einen Hund verwandelt hatte ein Allaman Priester war.
(Böse Gottheit sehr Böse! Quasi der Gegenspieler unserses Ordenkiegers)

Nach längerer Suche fanden wir den Priester auch! Er lag in den Armen eines ca. 2,80 m größen Wesens, was mit einem Giftstachel diesen Priester gerade umbrachte. Vorher konnten wir noch die Worte des Priesters vernehmen: " Es tut mir leid mein Herr!"
Als der Priester tot war verwandelte sich unser OR wieder zurück! Ih ergriff dann auch schnell der "Heilige Zorn" und wollte das Wesen natürlich töten! Wir präparierten uns wieder und diesmal ging der Spitzbube mit einem Knochenschwert(Magisch:+2 gegen Untote) in den Kampf.
Es kommt wie es kommen mußte, auch dieses Schwert zerbrach!
Mein Charakter hätte diesen Kampf fast nicht überlebt. Es geschah folgendes: Das Wesen griff mich an. Meine Verteidigung war zu schwach und so hatte das Wesen mich mit seinen Klauen umschlossen. Meine Bemühungen mich von den Klauen zu befreien waren Erfolglos. So zielte das Wesen mit seinem Giftstachel auf mich und er war damit auch noch kritisch Erfolgreich. Ich sag noch so" Ach das setze ich ein kritisch Erfolgreichen Wurf dagegen. Würfelte und bekam einen kritischen Wurf. Leider ein Fehler! Mich rettete nur noch meine Fertigkeit Robustheit , damit bekam ich nur halben Giftschaden. Aber ich brach bewußtlos zusammen.
Das Wesen konnten wir damit nicht mehr bezwingen aber irgendwie haben wir es geschafft das es geflohen ist.

Auf dem Rückweg nach draussen stellten wir fest, dass wir noch nicht alle Räume durchsucht hatten. Vorsichtig wie wir waren schauten wir erstmal rein und sahen zwei Amazonen, die ein Schaukampf veranstalteten.
Ach Zwei nur die können wir mittels "Schlaf und Eisigem Nebel" schnell in den griff bekommen. Ausserdem hatten wir noch einen weiteren Stabteil gefunden der auch bestimmt was nettes konnte!
Also: Spitzbube macht die Tür auf. Ich stehe mit den Stäben bereit. Rufe " Nord (Um den Eisigen Nebel zu Aktivieren) und West" (Um irgendwas zu Aktivieren) Der Nebel erscheint! Unser SL schaut noch mal nach was mit dem anderen Stab passiert und sagt dann " Es fängt in dem Raum an zu Regnen!" In dem Moment schreien die Amazonen auf und man hört von einem Nebenraum vielstimmiges getrappel. Wir schätzten die Gegener so auf 10 Personen! Ich hielt mit meinem Druiden mittels "Macht über das selbst" die Tür fest wärend die anderen Gegenstände suchten, um die Tür zu verrammeln! Was uns auch gelang!
Dann haben wir endlich das weite gesucht!

Es wurden an diesem Nachmittag ca. 20 "Einsen", 15 " zwanzigen" gewürfelt! 2 Magische Gegenstände zerbrochen und dieverses mehr!

Gruß
Neadred
Gespeichert
" Es gibt eine Wirklichkeit und eine gefühlte Wirklichkeit!" V. Pispers

markus

  • Gast
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #2 am: 02. August 2005, 19:33:41 »

Als altgediente Rollenspieler wissen wir alle, daß nichts Wesentliches geschieht, ehe die Helden die Szene erreichen, egal, wie lange dies dauern mag. Was aber geschieht statt dessen? Diese Frage blieb allzu lange unbeantwortet. Wir haben daher weder Kosten noch Mühen noch illegale Mittel gescheut, dem interessierten Leser einen wirklichkeitsgetreuen Einblick in einen typischen Abenteuerschauplatz zu geben. Die folgenden Informationen sind selbstverständlich streng vertraulich und vor allem vor Abenteurern geheimzuhalten...

Fackelschein erleuchtete die dunkle Krypta nur spärlich. Das flackernde Licht beleuchtete gut zwei Dutzend vermummte Gestalten, die sich rund um einen Altar versammelt hatten, einen mächtigen schwarzen Steinblock, in den uralte Runen und geheimnisvolle Zeichen geschnitten waren. Mitten auf der Oberfläche, die mit Blumen bestreut war, konnte man ein silbern eingelegtes Pentagramm erkennen. Eine schmale Rinne führte von dort zum Rand der Platte, darunter stand eine große irdene Schale auf dem Boden. Ein altertümlicher Dolch aus dunklem Obsidian lag in der Mitte des Pentagramms.
Die Vermummten lagerten in Gruppen auf dem Boden. Einige würfelten, andere unterhielten sich halblaut und verzehrten dabei mitgebrachte Brote, nicht wenige hatten sich auf dem Boden ausgestreckt und dösten.
?G-g-geht?s bald los? Ich f-f-friere so arg...? ließ sich die Stimme eines jungen Mädchens vernehmen. Sie konnte ihr Zähneklappern kaum unterdrücken ? kein Wunder, denn sie war trotz der Kälte lediglich mit einigen Blumenkränzen bekleidet. ?Noch lange nichts in Sicht,? kam die gelangweilte Antwort eines Kuttenträgers, der am dunklen Eingang der Krypta Posten bezogen hatte. ?Da, nimm solange meinen Mantel,? sagte ein anderer mitleidig und legte dem zitternden Mädchen seine wollene Kutte über die Schultern.
?Wie lange müssen wir denn noch warten? Schau doch noch mal in die Kugel,? verlangte einer der Würfelspieler und blickte dabei einen Greis an, dessen nachtschwarze Kutte ihn von den Graugekleideten unterschied. Der Greis, ein charismatischer Mann mit den asketischen Zügen eines Fanatikers erhob sich und zog eine kristallene Kugel aus seinem Gewand, rieb sie am Kuttenärmel ab, hielt sie dann auf der Rechten vor sich, machte mit der Linken einige kreisende Bewegungen darüber und murmelte Unverständliches. Alsbald begann die Kugel in einem kalten bläulichen Licht zu strahlen, fließende Wirbel kreisten darin. Die eisig brennenden Augen des Greises spiegelten das Licht des Kristalls wieder ? oder leuchteten sie gar selber? Für lange Momente schien der alte Mann in Trance zu versinken, ehe er mit einem Ruck daraus erwachte. ?Sie haben das Labyrinth und die Speerfalle hinter sich gebracht. Jetzt stehen sie vor der Rätseltür,? verkündete er. Die versammelten Kuttenträger ließen ein enttäuschtes Stöhnen hören. ?Das kann ja noch Stunden dauern,? brachte einer die allgemeine Meinung zum Ausdruck.
?Dann reicht es ja noch dicke für eine Partie ?Dreier raus? schlug der Würfelspieler munter vor und ließ die Würfel einladend im Becher klappern.
?Ich hab keine Lust mehr,? maulte das frierende Mädchen. ?Ich hau jetzt ab!?
?Du bleibst hier!? ?Ohne dich ist doch alles sinnlos!? ?Nun bleib doch, du weißt doch, daß wir dich brauchen,? bemühten sich einige Kuttenträger, sie umzustimmen. ?Hier, trink mal, das wird dich aufwärmen,? bot einer ihr an und reichte ihr eine kleine Flasche. Sie nahm einen tiefen Schluck und hustete.
?Die Rätseltür ist reine Glückssache,? meinte eine nachdenkliche Stimme. ?Manchmal schaffen sie die in ein paar Minuten, es braucht nur einer dabei zu sein, der das Rätsel schon kennt oder etwas Grips im Kopf hat.?
?Also auf den Grips können wir hier wohl kaum hoffen. Immerhin haben sie schon einen halben Tag gebraucht, nur um die Tempelruine überhaupt zu finden, dabei kann man vom Dorf aus beinahe rüberspucken,? kommentierte einer abfällig.
?Dafür haben sie für das Labyrinth nicht lange gebraucht ? wißt ihr noch, die drei Streuner und der Barbar? ?Vertraut mir, ich habe Orientierung 16!? zitierte einer spöttisch und rief damit Gelächter ringsum hervor.
Einige der Kuttenträger hatten sich rings um den Greis mit seiner Kristallkugel versammelt und versuchten mit zusammengekniffenen Augen, etwas in den leuchtenden Wirbeln zu erkennen.
?Hast du schon rausgekriegt, was sie so draufhaben?? fragte einer mit leiser Besorgnis in der Stimme. ?Im Rahmen des Üblichen, soweit ich sehen konnte,? antwortete der Greis. ?Der Magier könnte einen Elementargeist beschwören, wenn ihr ihm dazu Zeit laßt. Er ist ziemlich mächtig, aber dumm wie Brot ? wenn er die Lösung nicht auf seinem Zauberbogen findet, fällt ihm nichts mehr ein. Auf die Kriegerin müßt ihr aufpassen, die ist wirklich sehr gut mit ihrem Schwert ? hat die beiden Wächterstatuen in der Vorhalle praktisch alleine erledigt. Der Streuner scheint eine echte Schlafmütze zu sein. Bislang ist er nur den anderen hinterhergelaufen und hat noch nichts Nützliches beigetragen. Falls er aber zum Finale aufwacht, paßt auf seine Wurfmesser auf. Der Zwerg ist zwar noch niedrigstufig, aber sehr stark und hat dazu ein magisches Schlachtbeil, also Vorsicht. Die Elfe ist niedlich, aber harmlos. Ihre Domäne sind Zauberlieder und Verständigungszauber, die werden ihr hier nichts nützen. Scheint allerdings intelligenter zu sein als die anderen ? seht ihr, was hab ich gesagt? Sie hat das Rätsel gelöst und die Tür öffnet sich!?
?Naja, war ja auch nicht so schwer,? warf ein Kuttenträger ein. ?Aber du hast recht, sie sieht wirklich süß aus ? Schade, daß sie immer nur aufs Metzeln aus sind, wenn sie zu uns kommen,? fuhr er sehnsüchtig fort und versuchte noch einen Blick in die Kugel zu erhaschen.
Doch der Greis steckte sie nun wieder fort. Seine schneidende Stimme unterbrach alle Gespräche. ?Auf, Leute, macht euch fertig! Wenn sie erst mal die Feuerbrücke hinter sich haben, können sie jeden Moment hiersein. Laßt uns hoffen, daß sie sich inzwischen noch ein paar Schadenspunkte einfangen. Wer von euch noch mal austreten muß, soll sich beeilen, jetzt ist die letzte Gelegenheit.?
Daraufhin erhoben sich die Lagernden. Einige drängten zur Tür hinaus, die anderen trafen allerhand Vorbereitungen. Sie rückten ihre Kutten zurecht und zogen die Kapuzen tief in die Stirn, so das ihre Gesichter verborgen waren. Sitzdecken, Trinkgefäße und Essensreste wurden beiseite geräumt. Ein Vermummter goß mit leisem Bedauern den letzten Rest Bier aus einem großen, silbernen, mit Edelsteinen besetzten Kelch auf den Boden und stellte ihn dann ehrfürchtig auf den Altar.
Widerstrebend gab das Mädchen die wärmende Kutte ihrem Besitzer zurück. ?Ich hab aber keine Lust, mich auf den kalten Stein zu legen. Da friert man sich ja den Hintern ab,? maulte sie.
?Ist ja nicht für lange, sie kommen bestimmt bald, um dich zu retten,? tröstete sie der freundliche Kuttenbesitzer und reichte ihr ritterlich die Hand, um ihr auf den Altar zu helfen. Sie schwang sich auf den Stein, legte sich aber nicht, sondern kauerte sich mit dicht an den Leib gezogenen Beinen hin, um soviel Wärme wie möglich zu bewahren.
?Nun weine mal nicht ? dir rücken sie schließlich nicht mit dem Breitschwert auf den Leib,? rief ihr ein anderer Vermummter zu. Der neidische Unterton in seiner Stimme war nicht zu überhören.
Inzwischen waren Kerzen entzündet worden und aus Räuchergefäßen verbreitete sich ein schwerer Duft im Raum. Die meisten der Hinausgegangenen waren wieder zurückgekehrt.
Der Greis räusperte sich und klopfte mit dem Obsidianmesser an den silbernen Kelch. Bei dem hellen Klang wandten sich ihm alle Augen zu. ?Auf die Positionen,? befahl er und die Kuttenträger mit Ausnahme des Türstehers formierten sich zu einem Kreis um den Altar. ?Und du legst dich jetzt endlich hin, sie können jetzt jeden Moment hier sein,? zischte er dem Mädchen zu. Sie verzog schmollend das Gesicht, fügte sich aber und streckte sich langsam und zimperlich auf dem Altar aus, wobei sie die zerdrückten Blumenkränze zurechtzupfte.
Da näherten sich eilige Schritte von draußen. Ein weiterer Kuttenträger, offenbar ein Vorposten, kam atemlos in die Halle gerannt. ?Ich habe sie durchs Guckloch beobachtet ? sie haben die innere Vorhalle erreicht und werden gleich hier sein!? keuchte er.
?Fein. Also, meine Herren ? auf Drei!? Der Greis zog eine Stimmgabel hervor, schlug sie gegen den Altar, hielt sie ans Ohr, summte den Einsatzton, steckte die Gabel wieder weg, hob das Obsidianmesser als Taktstock und zählte damit drei vor. Pünktlich setzte der offenbar wohlgeschulte Chor der Kuttenträger mit einer getragenen Hymne ein. Die Töne entwickelten eine geradezu hypnotische Kraft, zugleich eintönig und voller mitschwingender Obertöne und arkaner Bedeutungen. Die Akustik der unterirdischen Halle warf Echos aus verschiedenen Richtungen zurück, die sich mit den Klängen des Chores trafen. Einige der Sänger begannen sich rhythmisch zu wiegen, andere folgten.
Der Greis überließ den Chor sich selbst und erhob das Obsidianmesser mit beiden Händen zur Decke. Er intonierte einen Sprechgesang mit eigentümlich hallender Stimme. Die Worte einer unbekannten Sprache schienen sich kontrapunktisch mit der Hymne des Chores zu verbinden und daraus Kraft zu gewinnen, als ob Mächte einer anderen Dimension die Grenze der Wirklichkeit durchbrechen wollten.
Die Kerzen flackerten wie durch einen unsichtbaren Windzug.
Der schwüle Duft des Räucherwerks hing schwer und sinnverwirrend in der Luft. Das Mädchen lag nun reglos, mit geschlossenen Augen auf dem Altar, wie in Trance.
Lauter und lauter ertönte der Gesang. Schrille Schreie der Ekstase durchbrachen immer häufiger die düstere Melodie. Die Sänger wiegten sich mit halb geschlossenen Augen, in denen nur das Weiße zu sehen war, hin und her.
Da brachen die Worte der Macht aus dem Greis heraus, als ob eine andere Wesenheit von ihm Besitz ergriffen hätte. Er senkte wie um Maß zu nehmen den Dolch kurz auf die Brust des Mädchens, ohne ihre zarte Haut zu ritzen, dann riß er das Messer hoch in die Luft, den unmenschlich flammenden Blick starr auf das Mädchen gerichtet. Einen Augenblick lang hing das drohende Messer hoch über der Jungfrau. Schwebte da nicht eine wabernde Dunkelheit, wie eine formlose Gestalt, über dem wahnsinnigen Priester?
Im selben Moment wurden hastige Schritte hörbar, beinahe übertönt vom Gesang, und fünf ramponierte Gestalten erschienen im Eingang. Die beiden ersten sprangen rasch zur Seite, um ihren Gefährten den Durchgang freizugeben. Sie schienen schon allerhand durchgemacht zu haben, um die Krypta zu erreichen, denn ihre Kleidung war zerschlissen von Schwerthieben, zum Teil versengt und stank nach verbranntem Leder. All dies tat ihrer Entschlossenheit offenbar keinen Abbruch.
?Fahrt zur Hölle, du Knecht des Namenlosen!? brüllte einer von ihnen, anhand von Robe und Stab als Magier kenntlich, riß die Rechte an die Brust und stieß sie in Richtung des Greises. Ein Feuerstrahl schoß aus seiner geballten Faust. Gewandt wich der Angegriffene aus.
?Bei Brozzkurraz Hörnern! Tötet die Frevler, die den heiligen Tempel entweihen!? schrie der Greis mit überkippender Stimme. Der Gesang kam ins Stocken, doch längst nicht alle Kultisten erwachten sogleich aus ihrer Trance. Einige jedoch stürzten sich, obwohl nur mit Dolchen oder den bloßen Händen bewaffnet, auf die Eindringlinge. Zwei große und kräftige Vermummte zogen Schwerter unter ihren Kutten hervor und stellten sich links und rechts neben den Priester, bereit, ihn mit ihrem Leben zu verteidigen. Der Greis hob erneut seine Hände zum Himmel und sang eine schrille, mißtönende Anrufung...

An dieser Stelle wollen wir die Szene verlassen. Der Fortgang der Geschichte würde den geneigten Leser ohnehin nur langweilen, ist er doch aus vielfacher eigener Erfahrung bekannt...wir hoffen jedoch, mit dieser lebensnahen Beschreibung ein wenig Licht in bislang eher unerforschte Bereiche des Rollenspiels getragen zu haben und verlassen uns, wie schon eingangs erwähnt, auf Ihre absolute Diskretion.
Gespeichert

Neadred

  • Schutzgeist
  • Großmagier
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 830
  • Aktueller Charakter: Kor?el von Gahm
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #3 am: 03. August 2005, 00:06:02 »

 :unwürdig: :unwürdig: :unwürdig:

Habe Tränen gelacht! Sehr schön!
Jetzt fehlt nur noch die Beschreibung für den Fall das alles vorbei ist und für die nächste Abenteurergruppe die Szenerie vorbereitet wird.


Gruß
Neadred
Gespeichert
" Es gibt eine Wirklichkeit und eine gefühlte Wirklichkeit!" V. Pispers

Yoida

  • Pro Adept
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 162
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #4 am: 05. August 2005, 16:28:12 »

:)
 :uff:
Gespeichert
Morgengold hat Hund im Mund

markus

  • Gast
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #5 am: 11. Oktober 2005, 16:03:52 »

Letzte Woche - Vampire Requiem......

Die Gruppe erreicht (zum ersten Mal) die "Innenstadt" eines kleinen Ortes. Einer der Spieler (ein Gangrel -> Vampire, die dafür bekannt sind, dass sie geistig etwas unterbelichtet sind) ist auf der Suche nach einer Apotheke und fragt in der Gruppe, ob jemand so eine gesehen hat.

NSC (der mit der Gruppe reist, kein Vampir ist und schon tagsüber in dem Ort war) beschreibt den Weg:
".....und dann gehst Du rechts um die Ecke und dann kannst Du die Schlange schon sehen"
(Gemeint war das Apothekenzeichen)

Gangrel-Spieler (stutzt - 3 sek. Pause - im vollen Ernst): "Meinst Du denn, das um diese Uhrzeit noch soviel dadrin los ist??"

Hmpff.... - und da soll man Ernst bleiben!
Gespeichert

markus

  • Gast
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #6 am: 10. Dezember 2005, 11:34:52 »

Und dies geschah letztes Mal:

Besagter Gangrel betrat eine Kneipe in New Orleans. Im fehlt ein Teil seiner Erinnerung und grad in diesem Moment hat er ein Flashback.......

Ich: Sara, Du läufst Chris in den Rücken - er ist mitten im Eingang stehengeblieben!
Sara (Daeva mit der Fähigkeit Geister zu sehen): Was hat er denn? Ich gehe mal um ihn rum....
Ich: Er sieht so aus, als hätte er einen Geist gesehen!
Sara: Ich schaue mich mal um - welchen denn?


(Halt Situationskomik - man hätte dabei sein müssen =)
Gespeichert

Markus

  • Entwickler (PRS)
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 253
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #7 am: 10. Mai 2014, 17:01:04 »

Jaaa.... nach 8,5 Jahren ist mal wieder was passiert  :-)=)

Mein Thread - ich komme!
Gespeichert

Markus

  • Entwickler (PRS)
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 253
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #8 am: 10. Mai 2014, 17:16:39 »

Letztes Wochenende - meine Innocents-Runde (World of Darkness mit 9-12 jährigen Chars - rollenspielerisch mein Highlight!)

Ausgangspunkt: Das Wasser in der Schule verändert ("verabstumpft" fiel in dem Zusammenhang) die Kinder. Gespeist werden die Schulbrunnen von einem kleinen Fluss in der Nähe. Eines Nachmittags zieht die Gruppe los, dass Geheimnis zu ergründen.

Ich: Nach einiger Zeit erreicht ihr an einer unwegsamen Stelle eine besonders breite Stelle des Flusses.

Saskia: Ich schlage vor, mit der Suche bei der Quelle zu beginnen. Darf ich eine Survival-Probe machen, damit ich weiß, in welche Richtung wir uns wenden müssen?

(Danach schaute jeder auf das Trinkglas von Saskia - es war, oh Schauder, mit Wasser gefüllt.)
Gespeichert

Markus

  • Entwickler (PRS)
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 253
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #9 am: 22. Mai 2014, 09:26:39 »

Neulich, beim Rollenspiel:

Markus: Bei diesem Regelwerk (Anmerkung: es handelte sich um Midgard) ist es möglich, dass ein kritisch erfolgreicher Angriff den sofortigen Tod zufolge haben kann...

Chrischi: Egal mit welcher Waffe?

Saskia: Lust auf eine Kissenschlacht?

Chrischi: Bin ich lebensmüde?
Gespeichert

Markus

  • Entwickler (PRS)
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 253
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #10 am: 27. Juni 2014, 10:14:22 »

Neulich, bei KULT..

Die Charaktere sind durch eine entführte U-Bahn nach Metropolis gekommen und irrten nach einem Horrorcrash durch den Untergrund. Sie treffen nach einiger Zeit auf einen Verrückten, der ihnen aber einen Ausweg nennen kann: "Diese Richtung.. der Tunnel.. nach kurzer Zeit.. Leitern an der rechten Seite..".

Sie finden den Tunnel und besagte Leitern (auf der rechten Seite). ABER nach wenigen Metern gibt es auch einige Leitern auf der linken Seite, die nach oben führen.

Wie soll ich sagen: sie nahmen die Leitern auf der linken Seite.

Markus
Das machen sie nur, um mich zu ärgern. Das machen sie nur, um mich zu ärgern.
Gespeichert

Sarina

  • Famulus
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 60
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #11 am: 27. Juni 2014, 16:11:32 »

Bist du ein lieber oder ein böser Spielleiter?

:kitty:
Gespeichert

Markus

  • Entwickler (PRS)
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 253
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #12 am: 30. Juni 2014, 10:30:53 »

Viiiel zu lieb.  :china:
Gespeichert

Sarina

  • Famulus
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 60
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #13 am: 04. Juli 2014, 13:46:44 »

Na dann darfst du auch das Forenspiel leiten.

:kitty:
Gespeichert

Markus

  • Entwickler (PRS)
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 253
    • Profil anzeigen
Re: Neulich beim Rollenspiel
« Antwort #14 am: 05. Juli 2014, 09:07:05 »

In Forenspielen bin ich aber böse!  :twisted:
Gespeichert
 

Seite erstellt in 0.042 Sekunden mit 23 Abfragen.