PRS - Rollenspiel Forum

  • 23. Juni 2018, 21:23:10
  • Willkommen Gast
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Wir haben jetzt einen Telegram News Kanal für alle mobilen Geräte und PC: telegram.me/pyramos

Autor Thema: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus  (Gelesen 1703 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« am: 30. Mai 2014, 13:08:48 »

Ich dachte mir, wenn ich mir schon die Mühe mache und meinen Charakter Tagebuch schreiben lasse, dann kann ich auch andere daran teilhaben lassen :)

Disclaimer: Die Inhalte der Welt wie im folgenden beschrieben entspringen unserer eigenen Vorstellung von Pyramos und können (und werden ;) ) daher vom Quellenbuch abweichen. Bartholomäus als Magier bspw. könnte Zauber in seinem Tagebuch erwähnen, die in Wahrheit dem Midgardregelwerk entspringen.
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #1 am: 30. Mai 2014, 13:12:01 »

Mandarik, 1.12.1089 

Die Götter seien gepriesen, 13 Jahre voll von stundenlangen Lesungen und staubigen Büchern haben schlussendlich ihr Ende gefunden und ich kann voller Stolz verkünden, dass ich, Bartholomäus Septimus, das jüngste Mitglied der Gilde der Magier Preteris bin. Nun ist es eines jedes Gelehrten Streben, das Wissen der kaiserlichen Bibliothek zu mehren, daher dieses Tagebuch.

Doch nicht nur meine Ausbildung an der Hohen Akademie von Mandarik ist nun vorbei, auch werde ich wohl nicht länger im Hause meines Onkels wohnen, denn wie Meister Xendrius mir andeutete, werde ich in den nächsten Tagen eine Anstellung an der Schule von Gerden erhalten. Und obwohl ich meinem Onkel großen Dank schulde für alles was er für mich und Mutter getan hat, sehe ich meiner Zukunft im Hragland mit Freude entgegen. Es ist Zeit, dass ich auf meinen eigenen Füßen stehe!

Mandarik, 9.12.1089

Das gestrige Bankett der Magier war sogar noch erfreulicher als ich es mir vorgestellt hatte. Nicht nur nahmen Herr Balorek und Cheleos (die für ein paar Tage die Stadt verlassen hatten) meine Einladung an und trugen somit zu einem unterhaltsamen Abend bei, auch habe ich einige alte bekannte Gesichter erneut gesehen und neue interessante Persönlichkeiten kennengelernt:

Thor, Sohn des Thrim, Sohn des Grim entstammt dem Zwergengeschlecht Glandallin und ist insbesondere als Schmied jener gleichwohl hübschen wie begehrten Magierringe bekannt. Balorek war schrecklich erfreut einen Landsmann zu sehen und begrüßte ihn eifrig, indem er seine Stirn gegen die seine schlug. Ein wahrlich merkwürdiger Brauch, aber wie Onkel Lutz immer sagt: andere Länder, andere Sitten.

Auch Andurin sah ich zum ersten Mal seit jenem ereignisreichen Tag, an dem er in einen magischen Schlaf fiel. Er kann sich an nichts erinnern, auch kann er sich genauso wenig wie jeder andere erklären, welchen Zauber er damals wirkte.

Flora ist der Name der Freundin Meistern Xendrius', die mich auf unbestimme Zeit in ihrer Heimstatt in Gerden hausen lassen wird. Allerdings kam sie mir gleich bekannt vor und wie sich herausstellte ist sie niemand anderes als jene gewisse Freundin Edmunds, die ich in Tränenschlund traf.

Orhin Albruch, Wallgraf von Hohwacht ist ein sehr guter und alter Freund von sowohl Herrn Balorek als auch Cheleos und die erste Adelsperson, die mir persönlich vorgestellt wurde. Welch Ehre!

Heute also war es aber endlich so weit und ich brach zusammen mit Herrn Balorek und Cheleos nach Gerden auf. Soweit ich weiß, ist Herr Balorek auf der Suche nach magischen Schriftrollen, die ihm helfen sollen, seine arkanen Studien voran zu treiben. Was Cheleos nach Gerden treibt, wollte er mir nicht sagen, aber ich habe mich schon fast daran gewöhnt, dass er sein Wissen nur selten teilt. Doch ich könnte mir keinen besseren Geleitschutz vorstellen und so bin ich zuversichtlich, dass ich mich schon in 3 Wochen unbeschadet in Gerden einfinden werde.
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Yoida

  • Pro Adept
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 162
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #2 am: 02. Juni 2014, 11:18:37 »

 :super: Gute Idee, mach ruhig weiter! Ich würde gerne mehr lesen
Gespeichert
Morgengold hat Hund im Mund

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #3 am: 05. Juni 2014, 14:50:09 »

Tja, dazu müssten wir nur ersteinmal weiterspielen, aber keine Sorge, für Montag ist schon das nächste Treffen angesetzt :)
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #4 am: 06. Juni 2014, 14:48:30 »

Gerden, 5.13.1089

Am heutigen Tage sind wir schließlich in Gerden angelangt und ich muss sagen, dass es beinahe angenehmer war als ich angenommen hatte, die drei Wochen sind in der Gesellschaft von Herrn Balorek und Cheleos wie im Fluge vergangen.

Nun also sitze ich hier im Kaminzimmer des zweistöckigen Hauses Floras und erwarte das Abendmahl, dass Alfons, der Diener des Hauses, soeben anrichtet. Das Haus sagt mir einigermaßen zu, aber es kann natürlich nicht mit dem Heim Onkel Lutz' mithalten, geschweige dem meines Vaters, mögen die Götter seiner Seele gnädig sein.

Morgen dann werde ich mir einmal die Stadt ansehen, heute hatte ich leider nur die Gelegenheit mich in der örtlichen Magiergilde vorzustellen, woraufhin mir mitgeteilt wurde, ein Mann namens Aldarin werde mich in alles weitere Einweisen und meine Arbeiten an diesem Ort auch weiterhin leiten. Ah, soeben öffnet Alfons jemandem die Tür, das wird er wohl sein.

Post Scriptum:

Es war tatsächlich Herr Balorek, der mir mitteilte, er habe vor sich als Söldner zu verdingen und zwei meiner Kollegen zu einer Ausgrabungsstätte im Dunklen Hrag zu geleiten. Er lud mich auch ein, ihn zu begleiten, doch auch wenn mich dieses Abenteuer lockt, muss ich zuerst meinen Pflichten der Gilde gegenüber gerecht werden, was ich Herrn Balorek auch mitteilte.

Erst später am Abend besuchte mich Aldarin und eröffnete mir, dass meine Arbeit sich von nun an um einige Forschungsarbeiten am beherrschten Geiste drehen würden. Allerdings würde ich auch erst in vier Tagen bei der Arbeit erwartet, so werde ich wohl Gelegenheit haben, die Reise in den Dunklen Hrag anzutreten.

Der Dunkle Hrag, 6.13.1089

Cheleos war es, der mich kurz nach dem ersten Sonnenaufgang abholte und zum Ahyretschen Tor brachte, wo die anderen schon warteten. Neben Herrn Balorek waren die zwei zuvor erwähnten Kollegen anwesend, die sich als Alban und Eleran vorstellten, und auch Zaron sah ich dort. Seine Anwesenheit erfüllt mich mit zwiespältigen Gefühlen, denn auch wenn er mir ein guter Mann scheint, so erfüllt mich seine Nullmagie mit schwerem Unbehagen.

Berthold musste ich leider zurücklassen, denn der schmale Pfad eignet sich nicht für Pferde. So machten wir uns denn auf den Weg, denn wir waren etwas verspätet und wollten die Ausgrabungsstätte noch am heutigen Tage erreichen, um nicht in diesem finsteren Wald übernachten zu müssen.

Auf dem Weg wurden wir von Kaiserkrallen angegriffen, die zwar nicht größer waren, als ich sie mir vorgestellt hatte, aber sie sind um einiges eindrucksvoller, wenn sie einen anspringen und nach dem Leben trachten, als jede noch so detaillierte Zeichnung in einem Foliant. Ich trug eine schwere Wunde am rechten Arm davon und kann dies nur mit Schmerzen schreiben, aber es hätte mich auch leicht das Leben kosten können!

Schließlich wir am späten Nachmittag im Lager der Ausgrabungsstätte angekommen und wurden für unseren Teil der Arbeit entlohnt. Allerdings bat uns der Leiter der Stätte um noch einen weiteren Gefallen, ehe wir den Rückweg antreten: Zwei der Späher, die zur Erkundung der restlichen Ruinen im Ahyret ausgesandt worden waren, sind schon vier Tage überfällig und so wurden wir gebeten nach ihnen zu suchen.
« Letzte Änderung: 06. Juni 2014, 14:51:00 von Der Lachende Zwerg »
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #5 am: 12. Juni 2014, 16:21:00 »

Gerden, 12.13.1089

Angst. Wo zuvor der Schmerz meinen verwundeten Arm zum Zittern gebracht hat, da ist nun die schiere und allumfassenden Angst. Nach zwei Tagen auf kaum zu erkennenden Pfaden durch den totenstillen Wald erreichten wir die Ruinen im Lias, wo wir auch die grausam enstellten Leiche eines der Späher fanden. Und als wir den verschmierten Blutspuren in die Tiefen der Ruinen folgten, in der Hoffnung wenigstens einen der verschwundenen Magier retten zu können, sahen wir ... IHN.

Größer und stärker als jeder Mensch saß der Sohne Samaels dort auf dem verfallenden Thron, eine Krone aus Feuer auf dem Haupt. Er trug nichts am Körper und doch war er nicht unbekleidet, denn Schuppen und Schatten bedeckten seinen anderweltlichen Körper. Er sprach mit einer Macht in seiner Stimme die ich mit mehr als nur meinem menschlichen Ohr vernahm, vielmehr durchdrag sie mich voll und ganz, bahnte sich ihren Weg durch Körper als auch Geist und brachte meine Seele zum Erzittern.

Seiner Worte kann ich mich nicht entsinnen, aber der stehte Druck auf meinem Herzen erinnert mich daran, dass er unser aller Leben nur unter der Bedingung schonte, dass wir seinen Diener, der wie ich dies niederschreibe innerhalb dieser Stadtmauern aus seiner Tarnung heraus sein Unwesen treibt, zur Strecke bringen.

Aber wie, ach, wie sollen wir das nur bloß fertigbringen? Oh, Mir'thak schütze uns alle!
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Ingo

  • Entwickler (PRS)
  • Erzmagier der höheren Illusion
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3938
    • Profil anzeigen
    • Primäres ROllenspiel SysTem
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #6 am: 14. Juni 2014, 11:55:57 »

Klingt sehr spannend.  :gandalf:
Gespeichert
Kann Spuren von Wahrheit enthalten

Sarina

  • Famulus
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 60
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #7 am: 14. Juni 2014, 13:44:15 »

Ich wüßte echt gern mehr über Barthi.

:Kitty:
Gespeichert

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #8 am: 15. Juni 2014, 15:26:26 »

@Sarina: Ich hab nochmal meinen Einleitungstext rausgekramt, da steht eigentlich alles wichtige zu Bartholomäus drin. Seitdem hat er auch schon das eine oder andere Abenteuer hinter sich, das Tagebuch beginnt erst ab dem Tag, an dem er die Magierprüfung besteht. :)

Bartholomäus Septimus

Bartholomäus wurde als erster Sohn von Balthasar und Dorothea in die reiche Händlerfamilie der Septime geboren. Seine Kindheit verbrachte er im Hause seines Vaters, einem pompösen Anwesen innerhalb der Mauern von Mandarik. Hier lehrte ihn sein Vater die Grundzüge des Händlerdaseins ehe er dank des Reichtums seines Vaters eine Ausbildung zum Magier antreten durfte.

In der Magiergilde wurde er von Meister Xendrius in die Geheimnisse der Magie eingewiesen. Sein Meister lehrte ihn aber vor allem Ehrfurcht vor den arkanen Mächten und ließ ihn lange seinen Geist schärfen ehe er ihm auch nur den kleinsten Zauber beibrachte.

So verstrichen die Jahre seiner Jugend und er wuchs zum Manne heran und es schien nicht mehr lange, dass Bartholomäus seine Ausbildung abschließen konnte. Jedoch war es ausgerechnet zu jener Zeit, dass sein Vater sich bei einer riskanten Investition verspekulierte und über Nacht all sein Vermögen verlor. Dieser konnte mit dem Leben eines einfachen Mannes nicht umgehen und starb wenig später an Kummer.

Daraufhin nahm Bartholomäus‘ Onkel, Ludwig Septimus, ihn und seine Mutter in seinem Hause auf. Dieser war zwar nicht reich, da sein älterer Bruder den Familienschatz geerbt hatte, jedoch war er ein reiselustiger Glücksritter, der auf seinen Abenteuern ein kleines Vermögen angehäuft hatte. Somit konnte er seinem Neffen und seiner verwitweten Schwägerin im Großen und Ganzen das anbieten, was sie vom Leben auf ihrem alten Anwesen gewohnt gewesen waren, jedoch weigerte er sich strikt, ohne weiteres für die Ausbildung Bartholomäus' zu bezahlen, denn als alter Abenteurer verachtet er die Idee, sich Wissen und Erfahrung durch schnödes Gold zu erkaufen. Stattdessen schickt er ihn auf Abenteuer oder stellt ihm Aufträge, die er gut belohnt, damit Bartholomäus sich seine Ausbildung zum Magier selber finanzieren kann.

EDIT: Ach ja, das Bild ist nicht von mir, aber sie meinte ich darfs in Foren benutzen, wenn ich den Link dazu pack. Also: http://svetlaya777.deviantart.com/art/Magician-360560631 :)
« Letzte Änderung: 15. Juni 2014, 15:40:35 von Der Lachende Zwerg »
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #9 am: 15. Juni 2014, 15:38:12 »

Aber weiter im Text:

Gerden, 13.13. 1089

Nachdem ich zu der späten Stunde, zu der wir Gerden gestern erreichten, nicht mehr zum Erzmagier vorgelassen wurde, suchte mich heute morgen wie angekündigt Meister Balan in Begleitung zweier Gardisten auf, um meinen Bericht vertraulich zu erhalten. Zufällig zur gleichen Zeit erschienen auch Herr Balorek und Cheleos, so dass ich die kleine Gesellschaft in das Kaminzimmer führte.

Als ich also meinen Bericht begann, da wurde Cheleos unruhig und raunte mir zu, ich würde uns alle in Gefahr bringen, so ich denn weiterspräche. Unbeirrt und meiner Pflichten gegenüber der Gilde bewusst setzte ich aber meine Erzählung fort, jedoch störte Cheleos weiterhin meinen Bericht, so dass ich diesen schließlich unterbrach und Cheleos vor die Tür bat. Dort teilte er mir mit, dass er den Dämon unter uns entdeckt habe, denn als Träger des schwarzen Rings, den wir für unsere Suche vom Sohne Samaels erhalten hatten, hatte er die wahre Gestalt eines der "Gardisten" erkannt, was ein scneller Suchzauber bestätigte. Also kehrte ich ohne Cheleos zurück und wiegelte meinen Bericht ab, indem ich die Leiche des Spähers eingehend beschrieb und anhand die Anwesenheit einer schrecklichen Bestie im Dunklen Hrag nahelegte, die wahren Ereignisse unter den Ruinen jedoch verschwieg.

Als sich Meister Balan also verabschiedete, machten sich Herr Balorek und Cheleos auf, um Vorbereitungen für unser weiteres Vorgehen zu treffen, während ich den Tempel aufsuchte, um den Beistand der Götter zu erbeten. Dort machte ich eine interessante Begegnung:

Ich war schon längere Zeit in das Gebet vertieft, als jemand sich näherte und mich fragte, ob es mir etwas ausmachte, dass er sich neben mich setzte. Als ich ihn betrachtete, sah ich die weißen Augäpfel eines scheinbar blinden Mannes, jedoch bewegte er sich mit der Sicherheit eines Sehenden und so antwortete ich höflich, ich seie sowieso gerade im Begriff zu gehen, denn dieser Mann war mir nicht geheuer. Er bat mich jedoch zu bleiben, tatsächlich wolle er mit mir sprechen, er sei ein Freund von Cheleos und zur Bestätigung nannte er mir heimlich seinen Namen: Alja'Kiadrik. Das musste er also sein, dieser vielfach erwähnter Freund von Cheleos...

Als wir also alle wieder im Hause Floras versammelt waren, berichtete Cheleos seinem Freund ausführlich was sich zugetragen hatte. Nachdem dieser aufmerksam gelauscht hatte, verlangte er den schwarzen Ring zu sehen, den Cheleos immer noch am Finger trug. Er sprach auch einen mir unbekannten Zauber, woraufhin sich aus dem Ring eine Art dunkler Rauch erhob, der nahezu menschliche Formen annahm. Alja'Kiadrik zufolge handelte es sich dabei um einen niederen Dämon, einen sogenannten Schemen. Er hat die besondere Fähigkeit, die wahre Gestalt der Dinge sehen zu können, und gebunden an diesen Ring verlieh er seinem Träger genau diese. Allerdings, so fuhr Alja'Kiadrik fort, sei er immernoch an seinen Meister gebunden, welcher somit stehts durch die Augen des Trägers seine Umgebung wahrnehmen könne. Dieser Umstand war es auch, der ihn dazu bewog, den Schemen zu bannen. Während dese Bannrituals sollten wir den genauen Aufenthaltsort des Dämons herausfinden, doch mir war der Gedanke nicht geheuer, die schützende Anwesenheit Alja'Kiadriks zu verlassen, und da man ihm anscheinend vertrauen konnte und er wohl am ehesten dazu befähigt war, jene in seiner Umgebung zu schützen, verlieb ich im Hause Floras.

Eine schier unendlich lange Zeit voll von anderweltlichen Schreien und starker Magie in der Luft später kam Alja'Kiadrik hinunter in die Küche, wo ich das Ende seines Werkes abgewartet hatte, woraufhin ich die Zeit nutzte, die wir auf die anderen warteten, um ihn mit Fragen zu löchern, die er mir alle geduldig beantwortete. Er erzählte mir davon, wie er durch die Lande gereist sei zu der Zeit, als das Alte Reich beinahe die gesamte Ebene überdeckte und der erste unserer Vorfahren Fuß auf Liandris setzte. Auch erklärte er mir, dass seine scheinbar blinden Augen mehr sähen, als jeder Sterbliche jemals sehen würde, und wie auch seine Langlebigkeit ein Geschenk Iatrias selbst seien, eine Gabe seinen großen Taten den Göttern zu Ehren zur Entlohnung. Es fällt mir noch immer schwer, seinen Worten Glauben zu schenken, doch es umgibt ihn ohne Zweifel eine Aura großer Macht...

In der Zwischenzeit hatten Herr Balorek und Cheleos interessante Informationen besorgt: Der Dämon, den wir jagten, ein sogenannter Gestaltwandler, überwältigt seine Opfer, um ihre Gestalt anzunehmen und sich an seiner Pein zu laben, und entledigt sich seiner erst, wenn er sich ein neues Opfer gesucht hat. Bis dahin imitiert er das Leben des Opfers so genau wie möglich, um nicht aufzufallen. Also mussten wir nur herausfinden, wie der Gardist, der das Opfer des Dämons geworden war, hieß und wo er wohnte.

Unter einem Vorwand suchte ich Meister Balan auf und kurz darauf wussten wir, dass wir auf der Suche nach einem Mann namens Iberion waren. Er hatte sich um die Mittagszeit krank gemeldet und so suchten wir sein Haus auf, wo "er" uns die Tür öffnete. Mit vereinter Kraft gelang es uns ihn zu überwältigen und Herr Balorek macht seiner unheiligen Existenz mit einem beherzten Schlag ein Ende.

Beinahe wundere ich mich, dass es am Ende so glatt lief, aber ich bin nur noch froh, dass dieser lange und erschöpfende Tag endlich sein gutes Ende gefunden hat.
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Sarina

  • Famulus
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 60
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #10 am: 18. Juni 2014, 07:09:58 »

Daaaaaaaaanke!  :-*

:kitty:
Gespeichert

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #11 am: 24. Juni 2014, 20:09:20 »

Post Scriptum:

Ich vergaß zu erwähnen, dass Olle nach seiner Reise nach Uslik in Gerden wieder zu uns gestoßen ist.
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #12 am: 24. Juni 2014, 20:11:03 »

Gerden, 14.13.1089

An diesem Morgen kam Meister Balan mit den denkbar schrecklichsten Nachrichten zu mir: Die Untersuchung des Leichnams hatte ergeben, dass es sich um den wahren Iberion handelte und wir hatten ihn umgebracht. Nun ja, Herr Balorek mag zwar den Hieb geführt haben, aber standen wir nicht alle dort und sahen es geschehen? Nun haben wir das Leben eines Unschuldigen ausgelöscht und ich bete zur Sühne, dass uns unser aller Seelen Gnade erteilt wird.

Um das Wohlwollen der Götter wiederzugewinnen machten wir uns alsbald auf den Weg, dem Dämon ein Ende zu bereiten. Da wir wussten, dass Olle sein letztes Opfer gewesen war, gingen Cheleos und auch Olle selbst zur Absteige im Hafen, denn wahrscheinlich würde der Gestaltenwandler dort Olles Platz einnehmen.

Währenddessen legten Herr Balorek und ich dem Dämon einen Hinterhalt im Hause des nunmehr verstorbenen Iberion, denn vielleicht wusste er noch nicht, dass sein neues Opfer bereits befreit worden war. Und tatsächlich wurde nach einiger Zeit die Tür geöffnet und Schritte erklommen die Treppe zum Dachboden, wo er sein Opfer vermutete. Um mich zu vergewissern, dass es auch tatsächlich der Dämon war, wirkte ich einen Suchzauber, jedoch schien er diese Präsenz zu spüren und machte auf dem Absatz kehrt und als wir ihm geschwind nachsetzten und auf die Straße traten, war von ihm nichts mehr zu sehen.

Da wir ersteinmal nicht wussten, wo wir unsere Suche fortsetzen sollten, verabschiedete sich Herr Balorek um den Tempel aufzusuchen, er macht sich wohl schwere Vorwürfe wegen Iberions Tod. Also kehrte ich alleine zurück ins Hause Floras und hoffte, das wenigstens die anderen einen Erfolg vorweisen konnten.

Cheleos und Olle hatten währenddessen herausgefunden, dass der Dämon tatsächlich in der Gestalt Olles die Hafentaverne aufgesucht hatte. Nach einem ausgedehnten Gelage war er einen Saufkumpanen stützend nach oben verschwunden und war seitdem nicht mehr gesehen worden. Da er sich damit anscheinend ein neues Opfer und eine neue Gestalt zugelegt hatte, schlug ich vor all jene Bekannte Olles aufzusuchen, die ihm vertraut genug waren, um dem falschen Olle in die Falle zu gehen.

Also kehrten wir dieses mal zu dritt in die Hafentaverne zurück, wo sich die fünf in Frage kommenden Seemänner ebenfalls aufhielten. Schon bald wussten wir, dass es nur zwei mögliche Opfer gegeben haben konnte: Uwe und Hein.

Uwe fanden wir in seinem Zimmer, wo er den gestrigen Rausch ausschlief. Nach einigem Murren beantwortete er die Fragen Olles, deren Antworten nur der echte Uwe kennen konnte, zufriedenstellend und wir überließen ihn seiner Hängematte.

Vorsichtig näherten wir uns dem Zimmer Heins, denn der Gestaltenwandler konnte hinter jeder Ecke lauern. Wir fanden es verlassen vor, jedoch als Olle die Tür eines der Schränke öffnete, fiel uns eine entstellte Leiche entgegen. Sie war wahrlich schrecklich anzusehen,es fehlte das gesamte Gesicht, doch anhand eines Tattoos auf dem Arm der Leiche konnte Olle eindeutig feststellen, dass es sich hierbei um den Leichnam Heins handeln musste.

Doch das half uns nur bedingt, denn selbst wenn der Gestaltenwandler noch immer in der Gestalt Heins durch die Stadt streifte, so war diese doch um einiges zu groß, um sie auf gut Glück zu durchsuchen. Daher machten wir uns ersteinmal zurück auf den Weg zum Hause Floras, um dort unser weiteres Vorgehen zu beraten.

Wir gingen gerade durch das obere Stegeviertel, da schreckte Olle auf und deutete auf einen Mann, der nicht allzu weit vor uns ging. Anscheinend war es Hein, oder besser gesagt der Dämon in dessen Gestalt. So unauffällig wie möglich folgten wir ihm bis er sich schließlich auf dem Marktplatz neben dem Brunnen auf eine Bank setzte, als hätte er alle Ruhe und Zeit der Welt.

Ohne ein Wort zu uns ging Olle auf ihn zu und verwickelte ihn in ein Gespräch, das wir über die Entfernung allerdings nicht mithören konnten. Plötzlich ließ sich Olle zu Boden fallen und rief nach Cheleos, doch der verharrte an Ort und Stelle und dachte nicht daran, den Dämon auf offener Straße anzugreifen, wo er doch wie ein normaler Mensch aussah - eine weise Entscheidung. Nachdem Olle zu uns in die Menge zurückgekehrt war, setzte der Gestaltenwandler sich wieder, wahrscheinlich fieberhaft nach einem Ausweg suchend, auch wenn sein Äußeres nichts von seiner verzweifelten Lage vermuten ließ.

Während Cheleos und Olle also den Dämon im Auge behielten, eilte ich zu Meister Balan, der mir nach einer raschen Erläuterung der Lage zum Marktplatz folgte. Schnell hatte er einen Zauber gesprochen, der ihn an Ort und Stelle fesselte, währenddessen ich das umstehende Volk beruhigte und ihnen versicherte, dass es sich hierbei um eine offizielle Angelegenheit der Gilde handelte.

Und so geschah es, dass schließlich der echte Dämon gefasst wurde. In Ketten gelegt wurde er in den Kerker der Gilde verfrachtet, wo er seinem Schicksal entgegentreten sollte. Ich sprach mich dafür aus, dass Herrn Balorek die Ehre dieser Aufgabe zufallen sollte und vielleicht schauen die Götter hernach etwas gnädiger auf ihn herab. Ich zumindest weiß, dass ich endlich wieder ruhig schlafen kann.
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien

Der Lachende Zwerg

  • Entwickler in Ausbildung
  • Großadept
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 242
  • Aktueller Charakter: Magus Bartholomäus Septimus
  • Ist ja schlumpfig!
    • Profil anzeigen
Re: Das Tagebuch des Bartholomäus Septimus
« Antwort #13 am: 21. Juli 2014, 19:04:25 »

Gerden, 4.14.1089

Seit zwei Wochen etwa gehe ich Berion nun zur Hand bei den Forschungen für sein neues Werk, dessen Titel er mir nicht einmal nennen möchte. Überhaupt tut er sehr wichtig und geheimnisvoll als sei er der Quelle der ewigen Jugend selbst auf der Spur, dabei kann sein Werk nichts bahnbrechendes sein, dass selbst ich, der ich erst jüngst meine Ausbildung abgeschlossen habe, seine Experimente mit Leichtigkeit durchführen kann. Alles, was wir tun, ist, verschiedene Tiere unter magischen Zwang zu stellen und Ergebnisse wie dem geistigen Widerstand der Testobjekte beim Verzaubern, Wirkdauer des Zaubers, Hemmschwelle, dh. äußere Bedingungen oder Befehle, die den Zauber im Nachhinein zusammenbrechen lassen, und so weiter zu protokollieren. Und all dies war, da bin ich mir sicher, schon dutzendfach Gegenstand der kaiserlichen Literatur, aber ich freue mich dennoch, dass ich mein Wissen schließlich praktisch anwenden kann, auch wenn ich ehrlich gesagt enttäuscht bin und interessantere Arbeit erwartet hatte. Aber dieses Privileg werde ich mir wohl erst erarbeiten müssen.


Gerden, 6.14.1089

Es war einige Zeit vergangen seit ich Herrn Balorek und Cheleos gesehen hatte und so lud ich sie gestern zu einem gemeinsamen Abendmahl unter dem Dache Floras ein. Während wir uns also gegenseitig auf den neuesten Stand der Dinge brachten, meldete Alfons einen weiteren, ungeladenen Besuch. Sie stellte sich als Elevielle vor und war eine Elbin fernab ihrer eigentlichen Heimat, die sie nun im Hellen Hrag wohnte. Dort ging sie ihrer Arbeit als Waldläuferin des Fürsten nach, doch sie war auf eine Situation jenseits ihrer Fähigkeiten gestoßen, denn sie hatte vermehrt gerissene Rehe aufgefungen, deren Kadaver aber noch vollständig waren - mit Ausnahme des Herzens. Auch die unnatürlich großen Bissspuren hatten ihrerseits zu ihrem Unbehagen beigetragen und so war sie nach Gerden aufgebrochen, wo sie auf der Suche nach Hilfe über mehrere Ecken auf Herrn Balorek verwiesen wurde, den sie hiermit nun endlich ausfindig gemacht hatte.

Wie ich so ihren Worten lauschte, schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich mir vor einigen Weißmonden noch nicht hätte träumen lassen, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft als vollwertiger Magier im Hause eines direkten Untergebenen des Kaisers mit dem Ahnherr des jüngsten der Zwergenhäuser, einem Mann, dem nachgesagt und auch -gesungen wird, er habe mit Drachen und Schlimmerem gerungen, und einer Elbin, deren Loyalität einem Menschenfürsten gilt, Brot und Wein teilen würde. Was Vater wohl dazu sagen würde...?

Heute morgen dann brach Elevielle in Begleitung von sowohl Herrn Balorek als auch Cheleos auf. Auch mich hat man eingeladen ihrer kleinen Reisegesellschaft beizutreten, doch ich fürchte so sehr mich das Abenteuer lockt umso mehr bindet mich meine Treue der Gilde gegenüber an meine Arbeit. Schließlich ist es mein Ziel, einen wertvollen Beitrag zum Wissensschatz der kaiserlichen Bibliothek beizusteuern, damit ich endlich von den anderen, älteren Magiern als Kollege auf Augenhöhe akzeptiert werde.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2014, 21:51:27 von Der Lachende Zwerg »
Gespeichert
“If more of us valued food and cheer and song above hoarded gold, it would be a merrier world.”

J. R. R. Tolkien
 

Seite erstellt in 0.026 Sekunden mit 17 Abfragen.